Mein Umstieg auf Linux

Bis vor kurzem war Windows mein bevorzugtes OS, weil es im Gegensatz zu Linux einfach funktionierte. Ohne Frickelei. Das Problem bei Windows sehe ich jedoch zunehmend in der Unsicherheit. Man kann das System noch so gut patchen, nur aktuelle Software verwenden, man steht doch immer im Fokus der Angreifer und Kriminellen. Und natürlich ist es für Geheimdienste auch einfacher, ein Windows-System abzuhören, denn dafür gibt es bereits fertige Malware wie ZeuS.

Nun habe ich also (wieder einmal) den Schritt zu Linux gewagt, doch diesmal wohl dauerhaft! Denn das bisher größte Manko mit dem Passwort-Manager habe ich gelöst, indem ich auf LastPass umgestiegen bin.

Ich setze auf ein aktuelles Linux Mint 16 ‚Petra‘ mit Cinnamoon Desktop, überlege aber zum nächsten Release einer Ubuntu LTS im April dann zu Kbuntu zu wechseln, weil die LTS-Versionen einfach viel besser getestet werden.

Toll finde ich bei Linux die fast täglichen Updates. Die Zeit zwischen Bekanntwerden eine Lücke und Herausgabe des Patches ist hier sicherlich erheblich kürzer als bei Windows und es werden alle Programme an einer Stelle aktuell gehalten.

Was geht?

Dropbox, BoxCryptor (via EncFS) laufen wunderbar, einziger Nachteil ist, dass man das BoxCryptor-Volume mit Cryptkeeper immer manuell mounten muss. Damit kann ich aber leben. Zum surfen, programmieren, mailen, schreiben kann ich Linux uneingeschränkt empfehlen. Sogar die Webcam geht, ganz ohne Treiber. Das gleiche gilt für viele Sondertasten auf meiner Logitech-Tastatur. Die Taste für den Standby-Modus geht zwar, allerdings fehlt nach dem Aufwachen dann der Dialog für die Passworteingabe. Solche Probleme sind eben typisch für Linux.

Sehr praktisch sind für mich als Informatiker natürlich die ganzen Terminalfunktionen. Kennt man sich damit schon aus, ist vieles auf diese Weise viel schneller erledigt als über die grafische Oberfläche, zum Beispiel das tägliche Backup. Dafür gibt es aber auch praktische GUIs wie Back In Time.

Was geht nicht?

Die Unterstützung von MFP-Geräten ist rudimentär. Der Druckertreiber unterstützt kein (manuelles) Duplex. Fax geht überhaupt nicht. Das habe ich gelöst, indem ich mir in Virtualbox ein schneles und sauberes Windows aufgesetzt habe, welches den Druckertreiber installiert hat.

Zwar geht erfreulicherweise die Webcam, Skype-Telefonate kann man aber vergessen. Das Video ist auf beiden Seiten grottenschlecht und es kommt zu Tonaussetzern. Mutmaßlich liegt das an den unterschiedlichen Entwicklungsständen von Skype für Windows (v6.12) und für Linux (v4.2). Hier muss ich noch Alternativen probieren und werde nachberichten.

Steam für Linux ist eine herbe Enttäuschung. Selbst Uralttitel (Left 4 Dead 2) ruckeln auf meiner durchaus aktuellen Hardware leicht. Das ist sicherlich ein Treiberproblem, aber generell wird es noch einige Jahre dauern, bis sich Steam hier etabliert hat. Die Titel können offenbar nicht so einfach portiert werden, denn sie sind ja häufig auf DirectX angewiesen, was es unter Linux nunmal nicht gibt. Bei der angekündigten SteamBox mag das anders sein, denn hier ist dann ja immer eine vorgegebene Hardware drin.

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