Plastikmüll

Plastikmüll vermeiden

Jeder Deutsche produziert pro Jahr 37 kg Plastikmüll. Davon werden nur um die 30% recycelt. Nur wenige EU-Länder (die dazu noch vergleichsweise klein sind) produzieren pro Kopf noch mehr Plastikmüll (Quelle). In der Archäologie gibt es für jede historische Epoche einen Namen, der meistens etwas damit zu tun hat, was unter Leben und unseren Planeten am meisten verändert hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man für unser Jahrhundert später den Begriff „Plastic Age“ verwenden wird, da dieses Material so ziemlich überall auf dem Planeten zu finden ist.

In diesem Blog möchte ich auf Ursachen und mögliche Maßnahmen eingehen um die Plastikflut einzudämmen.

In Deutschland kaufen viele Menschen bei Discountern ein, das möchte ich grundsätzlich nicht verteufeln. Doch in anderen Ländern wie z.B. Frankreich gibt man einen viel größeren Teil seines Einkommens für Nahrungsmittel aus. Dies mag historische Gründe haben. Nach dem Krieg war es den meisten vermutlich egal, was es zu esen gab, Hauptsache man wurde halbwegs satt.

Die Discounter führen durch die zahlreichen fertig verpackten Produkte natürlich erst recht dazu, dass mehr Plastik produziert wird. Hier gibt es meistens überhaupt keine Alternative, wie eine Frischetheke, Wurst im Glas oder Saft in Pfandflaschen. Glas ist zwar auch nur als Pfandflasche wirklich gut für die Umwelt, da es durch sein Gewicht höhere Transportkosten verursacht. Allerdings kommen Glasscherben eher selten in die Nahrungskette.

Ihr kauft bei Aldi/Lidl Pfandflaschen? Richtig. Dabei handelt es sich aber um Einwegpfandflaschen, das heißt für die Umwelt sind sie eher schädlich. Viele Menschen wissen nicht, dass diese Flaschen (25ct Pfand pro Stück) in der Maschine zerstört werden. Der Discounter spart sich so den Lagerkosten und Rücktransport der Flaschen. Das Plastik wird unter hohem Energieaufwand eingeschmolzen oder verbrannt. Hier sollte man – finde ich – endlich die Discounter dazu zwingen, Mehrwegflaschen anzubieten. Ich kaufe seit Jahren nur Saft in Glasflaschen. Der ist zwar teurer, schmeckt aber auch wesentlich besser.

Wusstet ihr übrigens, dass der Hinweis „aus Apfelsaftkonzentrat“ bedeutet, dass die Äpfel in China oder sonstwo wachsen? Dann wird dem Saft das Wasser entzogen. Es entsteht ein zäher Sirup. Dieser lässt sich viel günstiger transportieren als Saft. Im Zielland mischt man den Sirup dann einfach wieder mit Wasser. Prost! Ich halte das für eine völlige Verirrung der Globalisierung und des Kapitalismus. Lokale Produkte müssen günstiger sein, als solche, die um die halbe Welt geschifft wurden.

Ich verstehe auch überhaupt nicht, warum so viele Menschen ihr Trinkwasser in Flaschen kaufen. Leitungswasser schmeckt prima und kostet fast nichts. Und der Verzicht auf Mineralwasser bringt auf lange Sicht für die Umwelt sehr viel. Meiner Meinung nach bringt das viel mehr, als die Tütchen für Obst und Gemüse durch Papiertüten zu ersetzen.

Durch einen Verzicht auf Kleinstverpackungen und Verpackung in der Verpackung, wie bei vielen Süßigkeiten lässt sich sicher auch einiges einsparen. Bei Elektronik versuczhe ich Produkte zu kaufen, die in einem Pappkarton geliefert werden, statt in einem Blister. Doch leider sieht man das beim Online-Handel meistens nicht. Die Blister haben auch den Nachteil, dass sie nicht zerstörungsfrei zu öffnen sind und die Produkte daher bei einer Retoure vermutlich vernichtet werden.

Fürs Duschgel habe ich mir einen Seifenspender gekauft. Bei Seife, Putzmitteln und Waschmitteln benutze ich so gut es geht Nachfüllpackungen oder Kartons, auf jeden Fall keine dickwandigen Plastikflaschen. Flüssigwaschmittel ist ohnehin nur Pulver mit Wasser verdünnt. Man zahlt also fürs Wasser und die Plastikverpackung.

Die Plastikflut, die sich in den Weltmeeren sammelt hat meiner Meinung nach übrigens ihren Ursprung nicht in Deutschland oder anderen entwickelten Ländern. Auf vielen Mittelmeerinseln und auch in Asien wird der Müll nicht verbrannt oder vergraben, sondern man stapelt ihn einfach in einem entlegenen Teil der Insel. So gesehen auf der kroatischen Insel Vis. Ihr könnt euch denken wie lange es dauert, bis Sonne und Wind den Müll auf diesen wilden Mülldeponien in kleinste Teile zerfallen lässt, die sich dann so ziemlich überall im Meer finden. Diese Praxis gehört schnellstens verboten. Laut dem Spiegel kommt ein Großteil des Plastikeintrags im Meer aus dem Jangtze (China) und dem Ganges (Indien). Flüsse in Europa spielen da keine Rolle.

Auch den in manchen Haushalten extremen Verbrauch an Frischhalte- bzw. Alufolie finde ich verzichtbar. Oft lassen sich die Gerichte einfach mit einem Teller abdecken. Gerade für den Abbau von Bauxit (Aluminiumerz) werden enorme Ressourcen verbraucht.

Wir als Verbraucher haben die Macht. wenn die Produkte keiner kauft, verschwinden sie früher oder später vom Markt! Also kauft doch mal mit etwas mehr Umweltbewußtsein 🙂