Road Trip US-Westküste 2017 – Teil 2

In Teil 1 habe ich den Abschnitt von Los Angeles bis direkt vor Las Vegas beschrieben. Nun geht es weiter mit der Spielerstadt Las Vegas, dem Grand Canyon, der Route 66 und schließlich dem Death Valley.

Die Fahrt von Barstow nach Las Vegas war unsere erste längere Fahrt durch die Mojave-Wüste. Im September ist es dort zwar noch heiß, aber erträglich. Die Landschaft heizt sich auch nicht so sehr auf, wie die Städte. Kurz vor Las Vegas machten wir noch einen Stop in Primm, wo es ein großes Outlet Center gibt. Ich nutzte die Gelegenehit um zwei Levis Jeans für jeweils 29 $ zu kaufen. Die Preise für Kleidung sind dort erheblich niedriger als bei uns. Bereits hier, direkt an der Grenze zu Kalifornien fiel auf, dass es hier überall Casinos und andere Etablisements gibt, die in den meisten anderen Bundesstaaten schlichtweg verboten sind. In Nevada hat selbst das kleinste Hotel mitten in der Wüste zumindest ein Dutzend Slotmaschinen oder „Einarmige Banditen“. Doch in Las Vegas ist noheinmal eine andere Welt. Die Stadt ist mit einem riesigen Freizeitpark vergleichbar, nur, dass man mit echtem Geld spielt. Kaum etwas verkörpert den amerikanischen Traum so sehr wie die Glücksspielmetropole in der Wüste.

Die Hotels erkennt man schon von weitem an ihren extravagenten Formen, das Luxor mit seiner Pyramidenform, das Bellagio mit den gigantischen Wasserspielen alle 15min (und das in der Wüste) und schließlich das Caesars Palace, der wohl größte Hotel-Casino-Shopping-Komplex. Im Caesars Palacs gibt es einen künstlichen Himmel, der einen auch bei gleißender Mittagssonne in Abendstimmung versetzt. In Las Vegas wurden auch schon viele bekannte Filme gedreht, „Fear and Loathing in Las Vegas“ oder „Oceans Eleven“ um nur mal zwei zu nennen.

Wenige Tage nachdem wir aus Las Vegas wieder abgereist waren, passierte dort der schreckliche Amoklauf, bei dem 60 Menschen getötet wurden. Wir waren ziemlich schockiert, darüber. Die Waffenesetze in Nevada gehören aber zu den laxesten der USA.

Mir kam es vor wie eine Reizüberflutung, überall blinckende Lichter, in den Casinos gab es kostenlos Cocktails, solange man spielt. Man sollte bei den Spieltischen darauf achten, dass das Limit niedrig ist (maximal 1 $). Denn bei den höheren Limits spielen gute Spieler und man ist sehr schnell viel Geld los. Ich fand es unglaublich, wie die Spieler dort in einer Runde Jetons im Wert von sicherlich mehreren 1000 $ hin- und herschoben.

Von Las Vegas brachen wir zur tiefsten Schlucht der Erde auf, dem bis zu 1.6km tiefen, 446 km langen und bis zu 29km breiten Grand Canyon National Park . Der Canyon ist ein natürliches Hindernis und nur die Südflanke (South Rim) ist touristisch erschlossen. Es gibt keine Brücken o.ä. über den Canyon. Wir mussen daher einen ziemlichen Umweg aus uns nehmen. Der Canyon selbst ist wirklich eindrucksvoll, wer möchte kann zur Sohle des Canyons, wo der Colorade River fliest, wandern (Angels Trail). Das war uns aber zu anstrengend, man muss mit der Sonne aufstehen, um bei Tageslicht wieder oben zu sein. Die Wege am South Rim sind dagegen durchgängig asphaltiert. Mit „Wandern“ hatte das nicht mehr viel zu tun. Ein Muss ist es, den Sonnenuntergang bzw. -aufgang anzuschauen. Allerdngs sollte man sich vorab gut informieren, wo man diesen am besten anschauen kann. Und da es dort 2000m ü N.N. hoch ist, ist es sehr kalt morgens. Warme Kleidung ist ein Muss!

Nach dem Aufenthalt am Grand Canyon mussten wir fast die gesamte Strecke nach Las Vegas wieder zurück fahren – es gibt schlichtweg keine anderen Straßen.Wir machten noch einen Zwischenstopp am Hoover Dam, der Las Vegas mit Wasser und strom versorgt. An den Felsen des Stausees, Lake Mead, sieht man deutlich, dass der Wasserstand relativ niedrig ist – in der gesamten Region herrscht seit Jahren Dürre.

Weiter ging es in den Death Valley National Park. Dieses Gebiet ist extrem dünn besiedelt und zählt zu den trockensten und heißesten Regionen der Erde. Der Salzsee Badwater Basin ist außerdem der tiefste Punkt (85m unter dem Meeresspiegel) der westlichen Hemisphäre. Die Aussichtspunkte, die wir auf einem Rundkurs mit dem Auto besuchten, waren wirklich sehenswert. Die Hitze war Ende September erträglich.

Leider konnten wir in der Kürze der Zeit nicht alles sehen. Gerne hätte ich noch die Stadt Furnace Creek und die berühmten rollenden Steine gesehen, die ohne menschliches Zutun über die Felsen zu gleiten scheinen. Das Phänomen hat man inzwischen mit grfrierendem Tau zusammen mit starken Winden erklärt.

Nord-Östlich vom Death Valley liegt übrigens ein riesiges, militärisches Sperrgebiet: die Nevada Test Site. Hier wurden bis 1962 auch 120 oberirdische und bis 1992 über 1000 unterirdische Atombombentests durchgeführt. Die Amis gehen damit allerdings extrem locker um. Niemand macht sich Sorgen um seine Gesundheit, das sei doch alles weit weg. Hilft meines Erachtens aber aber wenig, wenn das Grundwasser verstrahlt wird. Allerdings muss man auch die schieren Ausmaße des Gebietes bedenken. In Deutschland wäre das ein ganzes Bundesland – praktisch menschenleer. In diesem Sperrgebiet befindet sich auch die sagenumworbene Area 51 / Groom Lake Air Force Base, wo angeblich abgestürzte UFOs untersucht werden 🙂

Im letzten Teil dieses Blogs zeige ich euch Fotos von der Route über die Rockies nach San Francisco und dann auf dem Highway 1 zurück nach Los Angeles.

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