Welches Netzteil ist das Richtige?

Viele Leute sind ja der Meinung beim Netzteil kann es nicht groß genug sein. Es werden Netzteile mit bis zu 1 KW angeboten. Das ist aber selbst für potent ausgestattete Gaming Boliden völliger Unsinn. Moderne Netzteile arbeiten nur im Lastbereich zwischen 20% und Volllast effizient. Hat man nun beispielsweise ein 600W Netzteil und der Rechner benötigt im Leerlauf lediglich 80W (das ist schon viel!), so ist man bereits deutlich unter der Grenze von 20% Last (Quelle). Das Netzteil sollte also immer so knapp wie möglich auf den Rechner zugeschnitten sein. Dazu rechnet man wie folgt:

Benötigte Leistung = TDP der CPU + TDP der GPU + 60 W für den Rest.

Oder man benutzt einen Rechner wie diesen hier. Dabei sollte man aber im Kopf behalten, dass der Hersteller an teureren Netzteilen auch besser verdient und daher das kleinste der angebotenen Netzteile wählen.

Die Empfehlungen sind leider allgemein viel zu hoch, ich habe gerade nachgemessen, mein Rechner verbraucht mit Furmark (GPU Volllast) und Prime95 (CPU Volllast) sowie zwei angeschlossenen USB 3.0 Sticks gerade einmal 311 W. Empfohlen wurde mir mindestens ein 430 W Netzteil. 350 W hätten wohl gereicht. Ich habe einen Phenom 2 X4 950 und eine Radeon HD 6850 am Start. Dazu kommen zwei Platten und eine SSD. Das Problem ist aber auch, dass es solche schwachbrüstigen Netzteile nur für OEM-Ausstatter zu kaufen gibt.

Ein moderner Rechner, der keine Highend-Komponenten wie den Core i7 oder eine Graka für 400 € – geschweige denn mehrere Grafikkarten – enthält, wird kaum mehr als ein 350-400 W Netzteil brauchen. Auch nicht mit vielen Festplatten, die verbrauchen nur knapp 5 W. SSDs sogar noch weniger. Ganz aktuelle Prozessoren wie Intels Haswell sind sogar extrem sparsam und so ein System wird unter Last kaum noch 50 W schlucken. Und das auch nur mit Grafikkarte, wie die Bauvorschläge in der c’t zeigen. Im Leerlauf kann man solche Systeme auf 10W briingen

Der Einsatz von mehreren Grafikkarten (Sli bzw. CrossFire) ist übrigens ziemlicher Quatsch, zumindest als billige Aufrüstlösung. Denn der Rechner verbraucht nicht nur deutlich mehr Strom (und das vorallem auch im Leerlauf), sondern er wird auch ziemlich laut. Meist ist es ratsamer sich statt einer baugleichen alten Karte gleich eine neues Modell zu gönnen und die alte an Leute zu verkaufen, die das noch nicht gemerkt haben 😉 Sinn macht die Bündelung eigentlich nur bei Rechnern, die von vorneherein mit zwei solchen Top-Grakas ausgestattet sind, damit sie besonders hohe Auflösungen schaffen.

Eine ganz interessante Kosten-Rechnung findet ihr hier. Es spart also wirklich bares Geld, sein Netzteil so knapp wie möglich an die Bedürfnisse anzupassen.

Aus diesem Grund lohnt es sich auch, spartanisch ausgestattete Mainboards zu kaufen und keine Erweiterungkarten einzustecken, bloß weil man sie mal brauchen könnte, denn gerade diese Komponenten ziehen dann im Leerlauf Strom, wenn der Prozessor kaum noch etwas verbraucht.